Kroatien jenseits von Dubrovnik
Versteckte Buchten, leere Strände, echte Dörfer: Kroatiens ruhige Küste wartet auf dich – abseits der Touristenmassen.

Wenn Dubrovnik zu voll wird
Dubrovnik ist unbestreitbar schön. Die alten Stadtmauern, das Leuchten des Adriatischen Meers, die engen Gassen – das alles hat seinen Grund, warum jährlich über drei Millionen Touristen in die Stadt strömen. Aber genau das ist auch das Problem. In der Hochsaison zwischen Juli und August stauen sich die Kreuzfahrtpassagiere so dicht durch die Stradun, dass von Genuss kaum noch die Rede sein kann. Die Preise schießen in die Höhe, die Unterkünfte sind monate im Voraus ausgebucht, und an den beliebtesten Stränden findest du keinen Quadratmeter Platz mehr.
Dabei hat Kroatien eine Küste, die sich über mehr als 1.700 Kilometer erstreckt – und der größte Teil davon ist noch immer überraschend unberührt. Du musst nur wissen, wo du hinschauen sollst.
Die Pelješac-Halbinsel: Wein, Austern und fast niemanden
Direkt nördlich von Dubrovnik liegt die Pelješac-Halbinsel – und die meisten Dubrovnik-Touristen fahren daran vorbei, ohne auch nur einmal zu bremsen. Ihr Fehler, dein Gewinn.
Pelješac ist das Zentrum des kroatischen Weinbaus. Die Rebsorte Plavac Mali gedeiht hier auf steilen Terrassen über dem Meer, und in den kleinen Konobas von Potomje oder Trstenik bekommst du eine Karaffe hausgemachten Rotwein für unter fünf Euro. Dazu gibt es Austern aus dem Ort Mali Ston – einer kleinen Ortschaft, in der seit dem Mittelalter Austernzucht betrieben wird und die heute zu den besten Adressen für Meeresfrüchte an der gesamten Adria zählt. Ein Dutzend frischer Austern kostet hier etwa 12 bis 15 Euro. In Dubrovnik würdest du dafür das Dreifache bezahlen.
Die Strände um Žuljana und Trpanj sind felsig-klar und im September praktisch menschenleer. Übernachtungen in kleinen Ferienwohnungen direkt am Meer sind schon ab 60 bis 80 Euro pro Nacht zu finden – auch im Juli.
Kleiner Wermutstropfen: Die Straßen auf der Halbinsel sind schmal und kurvenreich. Mit einem Leihwagen und ein bisschen Geduld ist das kein Problem, aber wer Serpentinen nicht mag, sollte das im Hinterkopf behalten.
Die Makarska Riviera: Bekannt, aber unterschätzt
Die Makarska Riviera genießt unter Kroatien-Kennern einen gemischten Ruf – zu Unrecht. Ja, Makarska selbst ist im Sommer voll und lebendig, aber die kleinen Orte drumherum spielen in einer anderen Liga.
Biokovo, das mächtige Gebirge direkt hinter der Küste, gibt der Riviera ihre Dramatik. Im Naturpark Biokovo kannst du auf einem der schönsten Wanderwege der Adria unterwegs sein – und drei Stunden später in einer kristallklaren Bucht schwimmen. Der Skywalk auf rund 1.200 Metern Höhe mit Blick auf die Inseln Brač, Hvar und Vis kostet nur wenige Euro Eintritt und ist selbst für weniger geübte Wanderer erreichbar.
Die ruhigeren Alternativen zu Makarska heißen Brela, Baška Voda oder Gradac. Brela hat mit dem Kamen Brela – einem einzelnen Felsen im Meer, umrahmt von Pinien – einen der ikonischsten Anblicke der gesamten kroatischen Küste. Und das bei einem Bruchteil der Preise und Menschenmassen von Dubrovnik.
Beste Reisezeit: Mai bis Anfang Juni oder September. Das Meer ist warm genug, die Preise sind moderat, und du teilst die Promenade von Brela mit Einheimischen statt Reisebussen.
Šibenik und die Šibenik-Riviera: Mitteldalmatiens Geheimtipp
Wenn Dubrovnik und Split die großen Stars sind, dann ist Šibenik ihr talentierter, aber übersehener Kollege. Die Altstadt mit der UNESCO-geschützten Kathedrale des Heiligen Jakob ist genuiner Mittelmeer-Urbanismus – ohne die kommerzielle Überformung, die vielen anderen Küstenstädten zu schaffen macht. Ein Espresso in einer Bar der Altstadt kostet hier noch 1,50 Euro.
Nördlich und südlich von Šibenik erstrecken sich Buchten und Halbinseln, die selbst kroatische Stammgäste selten kennen. Die Halbinsel Rogoznica etwa, mit dem sagenumwobenen Drachenauge – einem kreisrunden Salzsee, der sich an heißen Tagen dunkelviolett färbt – ist ein echter Geheimtipp. Oder die Nationalparks Krka (Wasserfälle, Schwimmen im Süßwasser, ca. 30 Euro Eintritt) und Kornaten (64 Inseln, kein Süßwasser, keine Straßen – radikale Ursprünglichkeit).
Wichtiger Hinweis: Im Nationalpark Kornaten gibt es keine Unterkünfte im klassischen Sinn. Wer die Inseln erkunden will, kommt entweder mit einem eigenen Boot oder bucht eine Tagesausfahrt von Šibenik oder Murter aus – ab etwa 50 bis 70 Euro pro Person.
Die Insel Vis: Am Ende der Welt – auf die beste Art
Vis ist die am weitesten von der Küste entfernte bewohnte Insel Kroatiens. Lange war sie militärisches Sperrgebiet, erst seit 1989 dürfen Ausländer die Insel bereisen. Dieser Umstand hat sie vor der touristischen Übererschließung bewahrt – und das merkt man.
Die Insel hat zwei Hauptorte: Vis Stadt im Nordosten, mittelalterlich und still, und Komiža im Westen, ein Fischerdorf mit einer der schönsten Hafenpromenaden der Adria. Die berühmteste Sehenswürdigkeit ist die Blaue Grotte auf der vorgelagerten Insel Biševo – ein natürliches Meereshöhle, in der das Licht des Meeres die Wände in leuchtendes Blau taucht. Bootsausflüge dorthin kosten ab 25 Euro.
Vis ist teurer als die Festlandsküste – das Angebot ist begrenzt, die Logistik aufwändiger. Eine Fähre ab Split kostet etwa 10 bis 12 Euro pro Person, Fahrzeit rund 2,5 Stunden. Unterkünfte beginnen bei etwa 90 bis 120 Euro pro Nacht für ein einfaches Apartment. Dafür bekommst du etwas, das entlang der kroatischen Küste immer seltener wird: echte Ruhe.
Fazit: Langsam reisen lohnt sich
Kroatiens wirkliche Schönheit zeigt sich nicht in der Warteschlange vor den Stadtmauern von Dubrovnik. Sie liegt in der schattigen Konoba, wo der Wirt dir erklärt, welcher Wein zu welchem Fisch passt. In der Bucht, die du nur erreichst, wenn du eine halbe Stunde über Felsen kletterst. Im Dorf, das keine Instagrampage hat.
Die gute Nachricht: Du musst nicht weit fahren. Pelješac, Brela, Šibenik und Vis liegen alle innerhalb weniger Stunden voneinander entfernt. Wer zwei Wochen Zeit mitbringt, kann die gesamte Mittel- und Süddalmatinische Küste in seinem eigenen Tempo erkunden – und kommt zurück mit dem Gefühl, etwas Echtes gesehen zu haben.
Das Geheimnis liegt wie so oft im Timing und in der Auswahl. Und genau dabei kann dir der myFly24 Reiseberater helfen: Er findet nicht nur die besten Flüge nach Split oder Dubrovnik, sondern hilft dir auch dabei, deine individuelle Route entlang der kroatischen Küste zu planen – abseits der ausgetretenen Pfade.


